Shopify Shop sichern: Was die Exporte nicht abdecken
Shopify Shop sichern: was Theme-Datei und CSV-Exporte abdecken, wie Sie Seiten, Blog und Menüs speichern, plus eine kostenlose Offline-Kopie Ihres Shops.
Website Downloader 9 Min. Lesezeit
Einen Knopf „Shopify Shop sichern“ gibt es nicht. Ein vollständiges Backup besteht aus drei Teilen. Die ersten beiden stellt Shopify kostenlos bereit: die Theme-Datei (Ihr Design-Code) und CSV-Exporte von Produkten, Kunden und Bestellungen. Für Seiten, Blogbeiträge, Navigationsmenüs und den fertigen Shop, wie ihn Besucher sehen, gibt es überhaupt keinen Export. Diese Lücke schließen Sie, indem Sie die Inhalte herauskopieren, eine App nutzen oder den Live-Shop als durchklickbare Offline-Kopie herunterladen. Welche Kombination Sie brauchen, hängt davon ab, ob Sie den Shop wiederherstellen oder ihn dokumentieren möchten.
Was heißt es, einen Shopify Shop zu sichern?
Mit einem Shopify-Backup sind zwei verschiedene Dinge gemeint, und die meisten Anleitungen werfen sie durcheinander.
- Ein wiederherstellbares Daten-Backup besteht aus Rohdaten, die Sie zurück in Shopify oder auf eine andere Plattform laden können, wenn etwas schiefgeht. Eine fehlerhafte App löscht Ihre Produktbeschreibungen. Eine Massenbearbeitung geht daneben. Ein Theme-Update überschreibt Ihre Anpassungen. Die Theme-ZIP, CSV-Dateien und Backup-Apps gehören in diese Kategorie.
- Ein visuelles Archiv ist eine Kopie des Shops genau so, wie Besucher ihn gesehen haben: die fertig dargestellten Seiten, Bilder, Layout, Menüs und Texte, im Browser ohne Shopify ansehbar. In Shopify zurückimportieren lässt es sich nicht. Es ist das richtige Werkzeug, um vor der Schließung eines Shops etwas in der Hand zu behalten, während eines Redesigns eine Referenz zu haben oder Inhalte bei einem Umzug mitzunehmen.
Keines ersetzt das andere. Eine Produkt-CSV zeigt Ihnen nicht, wie Ihre Startseite aussah. Eine Offline-Kopie kann Ihre Bestellhistorie nicht in einem neuen Backend wiederherstellen.
Was Shopify exportieren lässt (und was fehlt)
Die Theme-Datei
Gehen Sie im Admin zu Onlineshop → Themes. Öffnen Sie bei einem Theme das Menü … und wählen Sie Theme-Datei herunterladen. Shopify schickt Ihnen per E-Mail eine ZIP-Datei mit den Liquid-Templates, Abschnitten, Snippets, CSS, JavaScript und Einstellungen des Themes. Diese ZIP können Sie später unter Theme hinzufügen → ZIP-Datei hochladen wieder einspielen. Damit ist sie der richtige Weg, Ihre Anpassungen zu schützen, bevor Sie Code bearbeiten oder ein Theme aktualisieren.
Was viele erwarten, aber nicht bekommen: Die Theme-Datei ist keine Kopie Ihrer Website. Sie ist die Vorlage ohne den Inhalt. Produktdaten, Seitentexte und Blogbeiträge sind nicht enthalten. Bilder, die Sie über den Theme-Editor hochgeladen haben, werden referenziert, aber nicht mitgeliefert. Öffnen Sie die Theme-Dateien offline, sehen Sie nicht Ihren Shop, sondern nur Code.
CSV-Exporte für Produkte, Kunden und Bestellungen
- Produkte → Exportieren: Titel, Beschreibungen, Varianten, Preise, Artikelnummern (SKU), Lagerbestand, Tags und SEO-Felder. Produktbilder erscheinen nur als URLs auf den Servern von Shopify, nicht als Bilddateien.
- Kunden → Exportieren: Namen, E-Mail-Adressen, Anschriften, Tags, Marketing-Einwilligung und Bestellsummen.
- Bestellungen → Exportieren: Bestellpositionen, Summen, Versand- und Zahlungsstatus, für einen Zeitraum oder alle Bestellungen.
- Kleinere Exporte gibt es etwa für Rabatte und URL-Weiterleitungen. Achten Sie auf der jeweiligen Admin-Seite auf einen Button Exportieren.
Diese CSVs bilden den Kern jedes Daten-Backups und kosten nichts. Ihre Schwachstelle: Sie zeigen den Stand Ihrer Daten am Tag des Exports. Wenn Sie die Exporte nicht regelmäßig wiederholen, fehlt in einem drei Monate alten Backup alles, was Sie seitdem geändert haben.
Sind Seiten, Blogbeiträge und Menüs in einem Shopify-Backup enthalten?
Mit den Bordmitteln von Shopify nicht. Es gibt keinen CSV-Export für Seiten (Über uns, Versand, FAQ, Landingpages), Blogbeiträge, Navigationsmenüs oder das meiste, was Sie im Theme-Editor platziert haben. In vielen Shops sind gerade das die Inhalte, an denen am längsten geschrieben wurde. Sie haben vier Möglichkeiten, sie zu sichern:
- Von Hand kopieren. Das klappt bei einer Handvoll Seiten. Darüber hinaus wird es mühsam, und das Layout geht verloren.
- Den Blog-Feed nutzen. Shopify-Blogs veröffentlichen einen Atom-Feed unter einer Adresse wie
ihrshop.de/blogs/news.atom. Wenn Sie ihn speichern, haben Sie Ihre neuesten Beiträge als Text, allerdings nicht das gesamte Archiv. - Eine Export-App oder die Admin-API verwenden. Apps für Massenimport und -export sowie eigene Skripte können Seiten, Beiträge und Menüs als strukturierte Daten abrufen. Das ist der beste Weg, wenn Sie diese Inhalte anderswo importieren wollen. Meist bedeutet es ein Abo oder einen Entwickler.
- Den fertigen Shop herunterladen. Eine Offline-Kopie erfasst jede Seite und jeden Blogbeitrag als fertiges HTML, mit Bildern und Formatierung. Ihre Menüs kommen automatisch mit, weil sie im Header und Footer jeder Seite stehen. Das ist der schnellste kostenlose Weg, damit nichts von diesen Inhalten verloren geht.
Shopify Shop als durchklickbare Offline-Kopie herunterladen
Um einen Shopify-Shop so herunterzuladen, wie Besucher ihn sehen, können Sie Website Downloader verwenden. Der Dienst läuft im Browser, Sie müssen also nichts installieren, anders als bei HTTrack, dem üblichen Tipp aus Foren (verglichen in unserem Artikel zur HTTrack-Alternative). Er funktioniert gleich unter Windows, auf dem Mac, einem Chromebook oder einem Tablet.
- Stellen Sie sicher, dass der Shop öffentlich ist. Zeigt Ihr Shop eine Passwortseite, etwa während der Einrichtung oder bei manchen pausierten Tarifen, sieht der Downloader nur diese Seite. Schalten Sie das Shop-Passwort unter Onlineshop → Präferenzen vorübergehend ab.
- Geben Sie die Adresse Ihres Shops ein, entweder Ihre eigene Domain oder die
.myshopify.com-Adresse, und zwar in das Formular auf der Startseite, und starten Sie den Download. - Verfolgen Sie den Fortschritt. Der Dienst folgt den Links zu Kategorien (Kollektionen), Produktseiten, Seiten und Blogbeiträgen und sammelt Bilder, Stylesheets, Skripte und Schriften ein. Der Fortschritt wird live angezeigt, und Ihr Rechner muss währenddessen nicht eingeschaltet bleiben.
- Laden Sie die ZIP-Datei herunter, entpacken Sie sie und öffnen Sie
index.htmlin einem beliebigen Browser.
Wie viele Seiten brauchen Sie? Jedes Produkt, jede Kollektion, jede Seite und jeder Blogbeitrag ist eine eigene Seite, deshalb kommt selbst bei einem kleinen Shop schnell einiges zusammen. Ein Shop mit 30 Produkten, ein paar Kollektionen und einem kurzen Blog passt in den kostenlosen Tarif: bis zu 100 Seiten, ohne Konto, 1 Tag gespeichert – laden Sie das Archiv also gleich herunter. Größere Sortimente passen in den einmaligen Tarif Single Site (7,99 EUR, bis zu 5.000 Seiten, Archiv bis 2 GB, 30 Tage gespeichert). Wenn Sie regelmäßig archivieren möchten, reichen die Monatstarife bis zu 30.000 Seiten pro Download. Details finden Sie auf der Preisseite.
Da das Archiv eine ganz normale ZIP-Datei ist, können Sie es zusammen mit Ihren CSV-Exporten auf eine externe Festplatte, ein NAS oder in einen Cloud-Speicher kopieren. Mehr dazu, wie ein vollständiger Download mit allen Unterseiten aufgebaut ist, lesen Sie in Komplette Website mit allen Unterseiten herunterladen.
Was offline funktioniert und was nicht
Eine Offline-Kopie ist eine Momentaufnahme des Shops, kein funktionierender Shop. Alles, wofür die Server von Shopify antworten müssen, funktioniert nicht mehr.
- Funktioniert: Seitenlayout, Texte, Produktbeschreibungen und Preise mit dem Stand vom Downloadtag, die auf den Seiten angezeigten Bilder, Schriften, Menüs und Links zwischen den Seiten sowie eingebettete Videos und PDFs, die Teil der Website waren.
- Funktioniert nicht: „In den Warenkorb“, der Warenkorb selbst, der Checkout, die Shop-Suche, Kundenkonto-Logins, Kontakt- und Newsletter-Formulare, per App geladene Produktbewertungen und alles andere, was live von einem Server abgerufen wird.
Seiten hinter einem Kunden-Login werden ebenfalls nicht heruntergeladen, Bestellhistorien sind also nicht im Archiv. Diese Daten gehören in Ihre CSV-Exporte für Bestellungen und Kunden.
Shop sichern vor Schließung, Redesign oder Umzug
Bevor Sie Ihren Shopify-Shop schließen
Wenn Sie Ihren Shopify-Shop schließen und Ihre Daten behalten möchten, erledigen Sie die Exporte, solange der Shop noch aktiv ist. Sobald Sie ihn deaktivieren, verlieren Sie den Zugang zum Admin, und der Shop geht offline. Shopify beschreibt zwar Möglichkeiten, einen geschlossenen Shop zu reaktivieren, aber darauf sollten Sie Ihre Unterlagen nicht stützen. Eine sinnvolle Reihenfolge:
- Produkte, Kunden und Bestellungen als CSV exportieren, für den gesamten Zeitraum, nicht nur die letzten Bestellungen.
- Die Theme-Datei Ihres Live-Themes herunterladen.
- Rechnungen und Auszahlungsberichte herunterladen, die Sie für Ihre Buchhaltung brauchen.
- Den Shop als Offline-Kopie herunterladen, damit Sie Ihre Seiten, Blogbeiträge und das Erscheinungsbild behalten.
- Erst dann den Shop schließen.
Bedenken Sie, dass die Kundendaten in Ihren Exporten personenbezogene Daten sind. Bewahren Sie sie sicher auf und nur so lange, wie Sie einen Grund dafür haben. Die Regeln hängen vom Land ab; fragen Sie im Zweifel einen Anwalt oder Ihren Steuerberater, was Sie aufbewahren müssen. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
Vor einem Redesign
Duplizieren Sie das Live-Theme auf der Themes-Seite und laden Sie dessen Datei herunter, bevor Sie irgendetwas ändern. So haben Sie einen Weg zurück mit einem Klick. Eine Offline-Kopie des alten Shops ist ebenfalls praktisch, weil Sie alte und neue Version noch nebeneinander vergleichen können, wenn das alte Theme längst gelöscht ist.
Vor dem Umzug auf eine andere Plattform
Die meisten Plattformen, etwa WooCommerce oder BigCommerce, bieten Importer für die Produkt- und Kunden-CSVs von Shopify, diese wandern also als Daten mit. Die Offline-Kopie deckt den Rest ab:
- Kopieren Sie die Texte Ihrer Seiten und Blogbeiträge aus dem Archiv in das neue System.
- Nutzen Sie die Ordnerstruktur des Archivs (
/products/,/collections/,/pages/,/blogs/) als vollständige Liste Ihrer alten URLs. Diese Liste brauchen Sie, um Weiterleitungen einzurichten, damit Sie Ihre Google-Rankings nicht verlieren. - Behalten Sie sie als Referenz für Design, Menüs und Bildplatzierung, während Sie den Shop neu aufbauen.
Wenn der Shop schon geschlossen ist
Ist der Shop bereits weg, kommen Sie an die Admin-Exporte nicht mehr heran – aber vielleicht hat das Internet Archive Ihren Shop erfasst. Der Wayback-Machine-Downloader von Website Downloader baut eine Website aus diesen Aufnahmen als saubere ZIP-Datei wieder auf, ohne die Toolbar und die Links zu archive.org. Bis 100 Seiten ist das kostenlos, bis 5.000 Seiten kostet es einmalig 14,99 EUR. Sie erhalten nur die Seiten, die das Archiv tatsächlich gespeichert hat. Die Anleitung finden Sie unter Website aus der Wayback Machine wiederherstellen.
Backup-App, Exporte oder Offline-Archiv: Was Sie brauchen
| Teil des Shops | Theme-Datei | CSV-Exporte | Backup-App | Offline-Kopie |
|---|---|---|---|---|
| Theme-Code und Einstellungen | Ja | Nein | Meistens | Nur das dargestellte Ergebnis |
| Produkte und Lagerbestand | Nein | Ja | Ja | Wie angezeigt |
| Kunden und Bestellungen | Nein | Ja | Ja | Nein |
| Seiten und Blogbeiträge | Nein | Nein | Je nach App | Ja |
| Menüs | Nein | Nein | Je nach App | Wie angezeigt |
| Produkt- und Seitenbilder | Teilweise | Nur URLs | Je nach App | Auf den Seiten angezeigte Bilder |
| In Shopify wiederherstellbar | Ja | Ja | Ja | Nein |
So entscheiden Sie:
- Kleiner Shop, gelegentliche Änderungen: Theme-Datei, CSV-Exporte einmal im Monat und eine Offline-Kopie nach größeren inhaltlichen Änderungen. Das kostet nichts oder fast nichts.
- Viel genutzter Shop mit täglichen Änderungen, mehreren Mitarbeitern oder vielen Apps: Eine kostenpflichtige Backup-App ist ihre Monatsgebühr wert. Sie speichert Versionen automatisch und kann einzelne Elemente zurücksetzen. Ergänzen Sie eine Offline-Kopie für das visuelle Abbild, das die App nicht liefert.
- Schließung, Rebranding oder Umzug: Erledigen Sie alles einmal gründlich, direkt vor der Änderung: alle Exporte, die Theme-Datei und eine vollständige Offline-Kopie.
FAQ
Kann ich meinen Shopify-Shop kostenlos sichern?
Ja. Die Theme-Datei und die CSV-Exporte für Produkte, Kunden und Bestellungen sind in Shopify eingebaut und kostenlos. Für Seiten, Blogbeiträge und den Shop selbst speichert der kostenlose Tarif von Website Downloader bis zu 100 Seiten ohne Konto. Das kostenlose Backup läuft nicht automatisch, Sie müssen es also selbst wiederholen.
Kann ich meinen kompletten Shopify-Shop auf einer externen Festplatte sichern?
Ablegen können Sie alle Teile darauf: Die Theme-ZIP, die CSV-Dateien und die ZIP der Offline-Kopie sind ganz normale Dateien. Was nicht geht: den ganzen Shop mit einem Klick von dieser Festplatte wiederherstellen. Theme und CSVs lassen sich wieder importieren, die Offline-Kopie dient zum Ansehen und als Referenz.
Bekomme ich mit der Theme-Datei eine Kopie meiner Website?
Nein. Sie enthält die Templates und Einstellungen, die das Aussehen des Shops bestimmen, aber nicht Ihre Produkte, Seiten, Blogbeiträge oder die meisten hochgeladenen Bilder. Für eine Kopie, die Sie öffnen und durchklicken können, brauchen Sie einen Offline-Download des Shops.
Kann ich ein Theme wiederherstellen oder meinen Shopify-Shop auf eine andere Plattform umziehen?
Eine heruntergeladene Theme-Datei lässt sich unter Onlineshop → Themes in jeden Shopify-Shop hochladen. Für den Umzug auf eine andere Plattform importieren Sie die Produkt- und Kunden-CSVs mit dem Importer dieser Plattform. Danach bauen Sie Seiten und Blogbeiträge anhand Ihrer Offline-Kopie neu auf und richten mit deren URL-Liste die Weiterleitungen ein.
Kann ich eine Kopie eines bereits geschlossenen Shopify-Shops bekommen?
Nur aus dem, was das Internet Archive erfasst hat, solange der Shop online war. Wenn es Aufnahmen gibt, kann der Wayback-Machine-Downloader daraus eine Offline-ZIP machen. Bestell- und Kundendaten lassen sich so nicht zurückholen, weil diese Daten nie öffentlich waren.
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